Lemgo. Hip-Hop als Sprachrohr: Unter diesem Motto fand in einer Internationalen Förderklasse des Lüttfeld-Berufskollegs ein besonderes Musik- und Sprachprojekt unter der Leitung der Rapschool NRW statt. Die Rapschool NRW ist ein pädagogischer Künstlerverbund mit Sitz in Lage, der mobile Workshops und Medienprojekte im Bereich der Hip-Hop-Kultur für Schulen anbietet. Ziel des Workshops war es, den Schülerinnen und Schülern neue Ausdrucksmöglichkeiten zu eröffnen, ihre sprachlichen Kompetenzen zu stärken und ihre Kreativität zu fördern.
Zu Beginn des Projektes erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte und kulturellen Wurzeln des Hip-Hops. Neben verschiedenen Reimtechniken und stilistischen Mitteln des Rap standen auch Übungen zur Sprach- und Atemtechnik sowie professionelles Vocal-Coaching auf dem Programm. So konnten die Jugendlichen ihre sprachlichen und musikalischen Fähigkeiten gezielt weiterentwickeln.
Im Mittelpunkt des Projektes stand die kreative Textarbeit im Rahmen einer Textwerkstatt. Die Schülerinnen und Schüler verfassten eigene Rap-Texte zu Themen, die sie persönlich bewegten. Dabei entstanden authentische Beiträge, in denen sie ihre Erfahrungen, Wünsche und Gedanken zum Ausdruck brachten. Die Vielfalt der Texte spiegelte die unterschiedlichen Lebenswelten und Perspektiven der Jugendlichen eindrucksvoll wider.
Im nächsten Schritt wurden die Texte mit passenden Hip-Hop-Beats kombiniert und in einem mobilen Tonstudio aufgenommen. Während der Proben erhielten die Teilnehmenden wertvolle Rückmeldung zu Bühnenpräsenz, Ausdruck und Performance. Dadurch gewannen sie nicht nur Sicherheit beim Auftreten, sondern auch Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.
„Das Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, dass Hip-Hop weit mehr ist als ein Musikgenre. Er bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Gedanken, Gefühle und Anliegen kreativ auszudrücken und Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen und Sprachen zu schlagen. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Talente entdecken, Selbstvertrauen gewinnen und Erfahrungen sammeln, die sie weit über den Workshop hinaus begleiten werden“, resümiert der Schulsozialarbeiter Michael Sauer. Diese Einschätzung teilt auch Sabrina Miglietta, Fachkraft für Multiprofessionelle Teams zu Integration durch Bildung am Lüttfeld-Berufskolleg und zieht ein positives Fazit: „Kreative Bildungsangebote wie dieses schaffen Räume, in denen junge Menschen ihre Stärken entdecken und ihre Persönlichkeit entfalten können. Besonders beeindruckt hat mich, mit welchem Engagement die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Geschichten erzählt haben. Sie haben erlebt, dass ihre Stimme zählt und ihre Gedanken Gehör finden – eine Erfahrung, die sie nachhaltig stärken wird.“ Einen herzlichen Dank an die Rapschool NRW für dieses gelungene Projekt an unserer Schule, das durch die Fördermittel des Startchancen-Programms möglich wurde.
