Lemgo. Wie kann Radverkehr attraktiver, sicherer und alltagstauglicher gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Klasse der Berufsfachschule II (Gesundheitswesen) des Lüttfeld-Berufskollegs im Rahmen eines praxisnahen Workshops im InnovationSPIN Lemgo.
Die Klasse nahmen gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Manuela Adorf am zweiten Co-Creation-Workshop diesmal zum Thema „Radverkehr im Fokus“ teil. Rund 40 Teilnehmende – darunter Schülerinnen und Schüler, Studierende, Verkehrsexpertinnen und -experten sowie Mitarbeitende des Innovation Campus – kamen zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen der Fahrradmobilität zu informieren und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln. Im interaktiven „World-Café“-Format diskutierten die Teilnehmenden zentrale Fragestellungen: Wie kann der Radverkehr zum Campus sicherer und komfortabler werden? Welche Faktoren motivieren Menschen, häufiger das Fahrrad zu nutzen? Und welche innovativen Mobilitätsansätze könnten den Radverkehr in Lemgo nachhaltig stärken?
Ergänzt wurden die Diskussionen durch spannende Einblicke aus Wissenschaft und Praxis. So wurden beispielsweise die Ziele des EU-geförderten Projekts RURBANIVE vorgestellt, das die Lebensqualität in ländlichen Regionen verbessern und die Verbindung zu urbanen Zentren stärken möchte. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf nachhaltigen Mobilitätsangeboten, etwa Fahrradabstellanlagen, Reparaturstationen und Leihsystemen. Auch die technologischen Perspektiven spielten eine wichtige Rolle: So wurde eine Verkehrssimulation präsentiert, die verschiedene Entwicklungen im ländlichen Raum sichtbar macht. Darüber hinaus konnten die Teilnehmenden eine App zur Simulation von Fahrradrouten testen. Ein besonderes Highlight war die Demonstration einer interaktiven XR-Anwendung, die virtuelle Fahrradrouten zum Campus erlebbar machte.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden die erarbeiteten Ideen gemeinsam reflektiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Polizei, Verwaltung und Interessenverbänden diskutierten Themen wie Verkehrssicherheit, Infrastrukturplanung und die gerechte Nutzung des öffentlichen Raumes. Dabei wurde deutlich: Die Förderung des Radverkehrs erfordert das Zusammenspiel vieler Akteure – und das Engagement der jungen Generation ist dabei ein wichtiger Impulsgeber.
Für die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule II (Gesundheitswesen) war der Workshop eine wertvolle Erfahrung: „Wir konnten nicht nur unser Wissen erweitern, sondern auch aktiv an der Gestaltung zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte mitwirken“, betonte die Klasse sichtlich stolz.
