Lemgo. Längst ist die Aufklärungsarbeit rund um das Thema psychische Gesundheit von großer Relevanz. Aus diesem Grund wurde das wegweisende Virtual-Reality-Projekt „Impression Depression school“ der Robert-Enke-Stiftung auf Anregung der Lehrerin Inge Dahl an unserer Schule vorgestellt. Das mobile Bildungsangebot der Robert-Enke-Stiftung richtet sich speziell an Schülerinnen und Schülern ab 16 Jahren. Mithilfe moderner Technik ermöglicht es Jugendlichen, eine völlig neue Perspektive auf das oft tabuisierte Thema Depressionen zu gewinnen. Ziel ist es, über Depressionen aufzuklären, Vorurteile abzubauen und das gegenseitige Verständnis zu stärken.
Die Schülerinnen und Schüler durchliefen ein pädagogisch begleitetes, dreistufiges Konzept: Zunächst ging es darum, Wissen aufzubauen. Die Psychologinnen Emely Bock und Lena Runge von der Robert-Enke-Stiftung vermittelten verständliche Basisinformationen über das Krankheitsbild Depression.
Anschließend stand das Nachempfinden („Impression“) im Mittelpunkt. Mithilfe einer VR-Brille und einer speziellen Gewichtsweste erlebten die Jugendlichen für einige Minuten die körperlichen und mentalen Belastungen, mit denen Betroffene im Alltag konfrontiert sein können. Abschließend wurde das Erlebte gemeinsam besprochen („Expression“). Die beiden Psychologinnen reflektierten mit den Schülerinnen und Schülern die Erfahrungen in einem geschützten Raum. Auf diese Weise konnten die Jugendlichen lernen, Warnsignale bei sich oder anderen Personen zu erkennen und zu verstehen, dass Depressionen behandelbare Krankheiten sind.
Die beiden Psychologinnen stellten zudem Informationsmaterial bereit, das wichtige Orientierung zu Behandlungsmöglichkeiten, Entspannungsverfahren und zum Versorgungssystem bietet. Dazu gehören fachärztliche Versorgung und Beratung, Therapie- und Selbsthilfeangebote sowie Beratungs- und Informationsangebote.
Insgesamt wurde das Projekt von allen Beteiligten äußerst positiv aufgenommen. „Mentale Gesundheit“ ist ein sensibles Thema, aber die beiden Psychologinnen haben es verstanden, dieses Thema ohne Berührungsängste in den Schulalltag zu integrieren. Die Schülerinnen und Schüler betonten, dass durch die Erfahrung für sie verständlicher geworden sei, wie sich Depressionen anfühlen können. Die VR-Brille und Gewichtsweste seien dabei eine große Hilfe gewesen. „Ich hätte nicht gedacht, wie bedrückend die Erfahrung ist. Die Erkrankung wurde für mich körperlich und psychisch spürbar“, war eine Schüleräußerung.
Manche Schülerinnen und Schüler hätten sich gewünscht, noch mehr Zeit zu haben, um das Erlebte im Klassenraum zu verarbeiten. Daher soll die Veranstaltung im Unterricht nachbereitet und gemeinsam reflektiert werden.
Wir danken den beiden Psychologinnen Emely Bock und Lena Runge von der Robert-Enke-Stiftung für diese wichtige und wertvolle Aufklärungsarbeit.
Hilfe und Unterstützung am Lüttfeld-Berufskolleg
Für Hilfe oder emotionale Unterstützung gibt es direkt am Lüttfeld-Berufskolleg verlässliche und vertrauliche Anlaufstellen. Der erste und einfachste Schritt ist oft der Weg zu vertrauten Personen direkt vor Ort. Alle Gespräche werden selbstverständlich vertraulich behandelt.
Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer haben immer ein offenes Ohr für Probleme im Schulalltag oder im privaten Bereich.
Die Schulsozialarbeit an unserer Schule bietet Unterstützung: Die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter Alexander Driedger, Sabrina Miglietta, Michael Sauer und Helene Wall beraten bei persönlichen Krisen, Konflikten oder familiären Sorgen und sind in der Teestube unserer Schule persönlich zu erreichen.
Zudem gibt es an unserer Schule eine psychosoziale Beratung. Die Lehrkräfte Marion Burchart, Inge Dahl, Dennis Gamerad, Dagmar Kübler und Stefanie Lübbecke helfen beispielsweise bei Leistungsdruck, Prüfungsangst, Motivationsproblemen oder Stress.
